von Markus Reinmöller
Gespielt wird mit hoch komplizierten, etwa 160-180 Gramm
leichten unersetzlichen Sportgeräten, mit der einfachen
Bezeichnung Schläger.
Ihre Eigentümer pflegen sie sorgsam, bewahren sie in
gefütterten Etuis auf, manchmal zerbrechen sie sie im Zorn
oder werfen sie quer durch die Halle. Je nach Gemütszustand.
An diesem unschuldigen Requisit entladen sich die Emotionen wie an
einem Blitzableiter, deshalb ist das harmlose Stück Holz mit
den zwei Gummis darauf meist der Grund für wilde
Wutausbrüche oder stille Verzweiflung. Den Schläger
trifft immer die Hauptschuld.
Und ganz wichtig ist die Belagstärke. Fragen Sie mal einen
engagierten Spieler, wie dick er sein Leberwurstbrot bestreicht. Er
wird Sie entweder verständnislos anstarren oder Ihnen sagen,
dass er Leberwurst nicht ausstehen kann. Fragen Sie Ihn dagegen nach
der Dicke seiner Schwammunterlage, wird sich sein Gesicht aufhellen. Er
kann es ganz genau erklären. Er wird erklären, dass
er es bereits mit 1,3 mm oder 1,8 mm, in einem Ausnahmefall mit 2,0 mm
versucht hat, nach anfänglichen Erfolgen aber doch immer
wieder zu seiner gewohnten Dicke von exakt 1,5 mm und keinem Zehntel
mehr zurückgekehrt ist. Tja, woher nimmt dieser Spieler die
Gewissheit, eine Belagstärke auf ein Zehntel eines Millimeters
genau bestimmen zu können. Ausschlaggebend ist das
Gefühl. Die ungeheure Sensibilität, die jeder Spieler
ohne Ausnahme in der Hand hat, ermöglicht es ihm, beim
Auftreffen des Balls, das nur einige Tausendstel Sekunden in Anspruch
nimmt, im selben Atemzug zu sagen, dass sein Belag um 1/10 mm zu dick
ist. Gleichzeitig weiß er, welche Rotation der ankommende
Ball hat, erkennt am Aufprall die Ballmarke sowie die
Belagstärke des Gegners.
Verglichen mit dem Händchen eines Spielers ist der Anschlag
eines Klaviervirtuosen wie ein Hieb mit dem Vorschlaghammer. Allerdings
ist aber wohl doch etwas Einbildung dabei, denn wie wäre es
sonst möglich, dass eine große Zahl von Spielern die
meiste Zeit ihres Lebens mit einem Belag spielt.
Weiterhin ist bei dieser außergewöhnlichen Sportart
das kleine runde Ding, der so genannte Ball,
zu nennen.
Es gibt zwei Dinge, nach denen sich ein Mensch ohne Aufforderung
beliebig oft bückt.
Es ist ein Geldstück und dieser kleine Ball, also die
wichtigsten Nebensächlichkeiten im Leben. Ein solcher Ball
kostet im Durchschnitt ein Euro; überlegt mal, wie viel Geld
jeder schon gesammelt hat.
Die Schlagenergie, die den kleinen runden Ball in Bewegung setzt, geht
auch dann nicht verloren, wenn der Ball zu Boden fällt und
dort liegen bleibt. Die Energie hat er nämlich an die beiden
Spieler weitergegeben, denn nun wird einer von ihnen triumphierend die
Faust heben und dazu irgendetwas brüllen, während der
andere ebenfalls herumschreit, mit dem Fuß aufstampft und nun
seinerseits die Energie an das Publikum weitergibt, welches ebenfalls
schreit und klatscht und so weiter.
Der Ball hat wie ein Chamäleon eine unglaubliche
Verwandlungsfähigkeit. Er wird unversehens vom Schmetterball
zum Schnittball, er grinst den Spieler höhnisch als Netzball
an oder kichert hörbar, bevor er als nicht
zurückschlagbarer Kantenball zu Boden fällt.
Die außergewöhnliche Sportart hat auch einen hohen
Erziehungswert und viele soziale Komponenten. Die
sprichwörtliche Höflichkeit beginnt bereits vor dem
Spiel. Der Gegner wird freundlich begrüßt, immer
wird der besseren Mannschaft (natürlich immer die Eigene) der
Sieg gewünscht. Jeglicher Standesunterschied wird –
zumindest bis zum endgültigen Spielstand
–
unterdrückt, erst dann sagt man sich, was
man vor dem Spiel voneinander gehalten hat.
Mit strahlendem Lächeln wird nach dem Spiel die Gratulation
des Gegners entgegengenommen; hat man selber zu gratulieren, wird wohl
die Hand ausgestreckt, der Blick geht aber sonst wo hin.
Und nun noch ein paar Worte zum Doppel
und Mixed
Diese Konkurrenzen können nur von jeweils zwei Partnern
gespielt werden. Dennoch wird in der Praxis laufend dagegen
verstoßen. Es heißt nämlich gespielt, doch
in vielen Doppeln spielt nur ein Partner wirklich, der andere steht
daneben und macht nur Fehler. Das kann sich zwar von Satz zu Satz oder
schon beim Aufschlagwechsel ändern, doch die Dehnbarkeit
dieser Regel wird von den Spielern meist über Gebühr
strapaziert.
Bei einer gut harmonierenden Paarung wird nach beendetem Spiel jeder
Partner für sich in Anspruch nehmen, der bessere gewesen zu
sein. Eigene Fehler registriert man nicht oder schreibt sie dem Partner
zu. Um die Schwierigkeit des Doppelspiels zu erhöhen, hat
jemand – wahrscheinlich wegen der Gleichberech-tigung
– das gemischte Doppel, zu deutsch Mixed erfunden. Hier wird
auch vom Herreneinzel mit Damenbehinderung gesprochen.
Und zum Schluss noch die Regel für das Doppel, sie ist
kinderleicht:
In jedem Satz eines Doppels - nach dem ersten – wird der
Spieler erster Rückschläger, der auf den zuvor vom
aufschlagenden Paar bestimmten Aufschläger im unmittelbar
vorausgegangenen Satz aufgeschlagen hat.
Alles Klar? Na, dann weiterhin viel Spaß beim Tischtennis.
Aber auch den sportlichen Rückblick
sollten wir nicht in Vergessenheit geraten lassen.
Was die Saison 2004/2005 betrifft sollten wir, bis auf wenige
Ausnahmen, einen großen Bogen darum machen.
Unser drei Herrenteams, die im Jahr zuvor den Aufstieg schafften,
mussten wieder den Gang in die niedrigen Klassen antreten. Lediglich
die vierte Mannschaft konnte souverän die Klasse halten.
Erfreulicheres hatte unsere Schülermannschaft zu berichten.
Sie belegte in ihrer Klasse den dritten Platz.
In der laufenden Runde sehen die Tabellen aus unserer Sicht um einiges
besser aus, als im Jahr davor. Die erste Mannschaft steht zur Zeit in
der Bezirksklasse im gesicherten Mittelfeld und in den Kreisklassen
steht die zweite auf dem ersten und die dritte Mannschaft auf dem
dritten Platz. Unsere vierte Mannschaft steht wie immer, im gesicherten
hinteren Tabellendrittel.
Nicht zu vergessen ist unser Nachwuchs,
zwei Schülermannschaften, der mittlerweile immer
größere Erfolge verbucht. Zu verdanken haben wir
dies unserem Jugendleiter Udo Jonen und einem engagierten Betreuer, der
im letzten Jahr in der Hessenliga gespielt hat. Die Schüler A
Mannschaft hat die Kreispokalendrunde erreicht und steht in der
Kreisliga auf einem guten vierten Platz. Die neu gegründete
Schüler B-Mannschaft steht nach einigen Anlaufschwierigkeiten,
ebenfalls in der Kreisliga, auf dem neunten Platz.
Bei zwei weiteren Turnieren wurden ebenfalls gute Ergebnisse erzielt.
In Raunheim musste man sich nur im Endspiel, bei siebzehn gemeldeten
Mannschaften, geschlagen geben. Beim 1. Oberlahn-Hochtaunus Turnier in
Hirschhausen ging man als Sieger von der Platte.
Wie auch in den vergangenen Jahren ragte wiederum ein(e) Akteur(in) der
Tischtennisabteilung heraus. Ihr Name ist mittlerweile weit
über die "Ortsgrenzen" bekannt, Anni Liebelt. Im vergangenen
Jahr heimste Sie in ihrer Altersklasse gleich mehrere Titel ab. Da
wären unter anderem:
Über die weiteren guten Platzierungen brauchen wir nicht zu reden.
Wie bereits in den letzten 14 Jahren, konnte auch diesmal bei den Vereinsmeisterschaften keiner unseren Spitzenspieler Dirk Wagner bezwingen. Er gewann im Endspiel gegen Jörg Kolass in fünf Sätzen. Bei den Senioren gewann Ferdinand Liebelt vor Michael Muhs. Im Doppel bezwangen Michael Muhs und Markus Reinmöller in einem spannenden Spiel Dirk Wagner und Mario Würz.
Bei den Schülern A setzte sich im Finale Moritz Baumgartl gegen Lucas Harbig durch. In einem Geschwisterduell bezwang bei den Schülern B, Timo Schmitz seinen Bruder Sebastian.
Wer meint, das wir außer Tischtennis nichts anderes im Sinn haben, liegt völlig falsch.
Traditionell begangen wir das Jahr mit einer Winterwanderung, mit dem Ziel Hessenpark. Bei traumhaftem Wetter und anschließendem Mahl konnte man den Tag gelassen ausklingen lassen.
Diesmal, in der Rolle als Zuschauer, wurde im Mai das Champions Endspiel zwischen dem TTV Gönnern und der belgischen Mannschaft von Royal Villette Charleroi besucht. Gönnern sicherte sich völlig überraschend mit 3:1 den Champions-League Titel. Vor 2000 Zuschauern waren in Dillenburg die besten Spieler aus Europa vertreten. Unter anderem Timo Boll, Vladimir Samsonov, Jörg Rosskopf und Jean-Michel Save.
Am 24.9. besuchten wir das Weingut Herrmann in Guldental an der Nahe. Bei herrlichem Wetter konnte man sich nach einer Planwagenfahrt, live vor Ort und mittendrin, die Weinlese ansehen. Bei anschließender Weinprobe konnte man sich über Qualität und Geschmack des Weines überzeugen. Natürlich durfte ein deftiges Abendmahl nicht fehlen.
Zum Jahresabschluss waren wir wieder mit einem Stand auf dem Wehrheimer Weihnachtsmarkt vertreten.
Wer bis hier alle Zeilen gelesen hat, für den gibt es nun noch ein paar Infos über die Abteilung.
Trainingszeiten für Kinder und Jugendliche
Dienstags von 17.00 bis 19.00 UhrTrainingszeiten für Erwachsene oder die es sein wollen
Dienstags und Donnerstags von 20.00 bis 22.00 UhrTrainiert wird in der Sporthalle der Heinrich Kielhorn Schule.
Wer Interesse hat, einfach mal vorbeikommen. Weitere Infos gibt es unter der Nummer 06081/57053 oder per Mail an markus.reinmoeller@t-online.de
Besuchen könnt Ihr uns auch auf unserer Homepage unter;
www.tsg-wehrheim.de/Tischtennis/tischtennis.html
Unser Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
Der Vorstand bedankt sich bei allen Spendern, Sponsoren, Spielern und Personen, die sich im Umfeld der Tischtennisabteilung durch finanzielle, sportliche und ehrenamtliche Tätigkeiten verdient gemacht haben.
Markus Reinmöller
Tischtennisabteilung